Sonntag, 2. Oktober 2011

Hundetrainer- Beruf und Berufung

Heute stelle ich euch eine tolle Kollegin vor, Manuela Röthenbacher. 
Gemeinsam bieten wir ab Anfang 2012 Seminare rund um die Existenzgründung und Existenzfestigung in einem Tierberuf an.
Manuela ist technische Unternehmensberaterin und Hundebesitzerin. 
Bei EasyDogs ist sie außerdem der Organisationscoach.

Ich freue mich auf weitere Beiträge von ihr und eine erfolgreiche Zusammenarbeit!


Hundetrainer - Beruf und Berufung 

In den letzten Jahren habe ich tiefen Einblick in den Markt für Hundetraining bekommen.
Zuerst, weil ich selbst einen Hundetrainer für die Arbeit mit mir und meinem Hund gesucht habe.

Meine Leidenschaft ist das Beobachten und Analysieren. Und so habe ich mich auch damit beschäftigt, wie Hundetrainer argumentieren, sich präsentieren und mit Kollegen umgehen.
Ich hörte, las und schaute mir an, wie Hundetrainer Hunde und deren Menschen einschätzen und über sie sprechen.
Bei vielen Seminaren und Vorträgen habe ich immer wieder zugehört, wie über Kollegen gesprochen wurde und wie ihre Qualifikation und praktische Arbeit eingeschätzt wurde.

Dabei ist mir aufgefallen, dass “Hundetrainer sein” ein sehr spezieller Beruf ist. Kaum ein Trainer hat diesen Beruf als ersten gewählt und ist nach der Schule auf die Suche gegangen, mit welcher Tätigkeit in Zukunft der Lebensunterhalt gesichert wird.
Die meisten Hundetrainer sind über den eigenen Hund, der womöglich noch problematisch war und man Hilfe dafür gesucht hat, zu dieser Berufswahl gekommen.
Somit ist beim Ergreifen dieser Tätigkeit schon sehr viel an emotionaler Energie geflossen. Im besten Falle war ein Familienmitglied, der eigene Hund, involviert.

Mit diesen Gedanken verwundert es mich gar nicht mehr so sehr, wenn ich den Umgang der Hundetrainer miteinander betrachte.

Nachvollziehbar für mich wäre es, wenn Hundetrainer sich nach ihren ‘Richtungen’ vernetzen und zusammenhalten. Die Hundetrainer, die glauben, dass der Hund dominiert und im Rang eingeordnet werden muss, sind sich in ihrer Argumentation und in ihrem Weltbild ähnlich. Ebenso stellen die Trainer, die der Meinung sind, dass im Training nicht nur Verhalten, sondern auch Emotionen zu beachten und einzubeziehen sind, eine homogene Gruppe dar.

Mein Eindruck ist, dass es zahlreiche Verbände, Netzwerke und kleine Grüppchen gibt, die jedoch immer “in Bewegung” sind und sehr stark von einzelnen Persönlichkeiten und Meinungsmachern beeinflusst werden. Zu Beginn meiner Beobachtungen hat mich diese Tatsache sehr verwundert. Erst, als mir klar wurde, was den Hundetrainerberuf von anderen Berufen unterscheidet, nämlich die Emotionalität, die damit verbunden ist, konnte ich auch verstehen, warum sich viele Hundetrainer gegen ähnlich arbeitende Hundetrainer stark abgrenzen wollen.
Zum einen sind in diesem Beruf viele Frauen anzutreffen. Und ob es nun ein Vorurteil ist oder der Wahrheit entspricht, möchte ich dahingestellt lassen - oftmals dachte ich an Büros und Werkhallen, in denen nur Frauen arbeiten. Wie dort auch, konnte ich erleben, dass viele Einzelkämpfer arbeiteten, die mit listigem Einsatz ihrer Ellenbogen an den Kollegen kaum ein gutes Haar gelassen haben.
Ferner hat der Hundetrainer so viel Herzblut und Energie aufgewendet, um sein Wissen zu erwerben und dies auszubauen, dass er selbst glaubt, DER EXPERTE zu sein.

Dabei sind die Zeiten der Einzelkämpfer vorbei.
Der Markt der einzeln arbeitenden Hundeschulen ist eng geworden. In jedem größeren Dorf gibt es mindestens eine Hundeschule, in manchen Städten in der gleichen Straße sogar zwei.

Schauen Sie sich um und verändern Sie Ihren Blickwinkel. Es gibt viele Hundetrainer, die so arbeiten, wie Sie auch! Auch diese Trainer haben viel Zeit und Energie aufgewendet, um sich auszubilden und sind Experten geworden. Wie Sie auch.
Sie sind nicht der Goldfisch im Karpfenteich, sondern einer von vielen Karpfen im Karpfenteich.

Doch was können Sie konkret und heute tun, um als goldener Karpfen im Karpfenteich aufzufallen und somit auch in Zukunft erfolgreich als Hundetrainer auf dem Markt bestehen zu können?
Nützen Sie das Wissen, dass es auf dem Markt gibt: Holen Sie sich Unterstützung bei einem Coach, der Sie stärkt und Ihnen Impulse gibt. Bilden Sie auch Ihre persönlichen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und im geschäftlichen Umfeld weiter. Schauen Sie sich um, welche Hundeschulen mit Ihnen kooperieren könnten und schließen Sie sich passenden Netzwerken an, in denen Sie sich engagieren. “Tote Netzwerke”, in denen jeder ausschließlich auf die Aktivität der anderen vertraut, sind Zeitfresser und bringen Sie nicht weiter.
Nicht der Wunsch danach, anderen helfen zu wollen, sollte Ihr Antrieb sein, sondern Sie sollten von Ihrer Hände Arbeit leben können und sich das auch Wert sein.
Probieren Sie es aus, leben Sie Ihren Traum und träumen Sie nicht Ihr Leben.