Sonntag, 25. September 2011

Wenn Tiere sterben

Aus aktuellem Anlass werde ich selber mit diesem Thema konfrontiert. Ich habe nicht nur beruflich mit Tieren und Menschen zu tun, sondern in erster Linie bin ich selber leidenschaftliche Hundemutter.
Am Freitag habe ich durch meine Tierärztin erfahren, dass meine Seniorenhündin Fine Lymphdrüsenkrebs hat. So eine Nachricht zu überbringen, ist sehr schwer! Meine Tierärztin hat dabei viel Einfühlungsvermögen an den Tag gelegt. Sie hat diese Hiobsbotschaft nicht rein sachlich übermittelt, sondern mich ihre eigene Betroffenheit spüren lassen.

Dies ist ein sehr schwieriger Punkt. Wie stark muss man in einem Tierberuf sein, um mit solchen Momenten umzugehen? Und wie viel eigene Betroffenheit darf man zeigen bzw. kann ein Tierbesitzer aushalten?
Hierfür gibt es keine Patentlösung. Es erfordert einerseits viel Fingerspitzengefühl des Tierberuflers dem Kunden gegenüber, andererseits eine sehr genaue Selbstreflektion für das eigene Befinden.
Aus Kundensicht kann ich sagen, dass es für mich wichtig war, traurig und geschockt sein zu  dürfen. Am Tag der Diagnose war mir nicht nach "das gehört zum Leben dazu" oder "sei dankkbar für die schöne Zeit" oder "sei froh, dass du sie nicht leiden lassen musst.
Ich war, und bin es noch immer, tieftraurig! Meine Tierärztin hat genau das ausgesprochen und gesagt "Das ist ein schlimmer Moment"

Anerkennen, was ist, das Unaussprechliche aussprechen - das ist eine wichtige Voraussetzung in der Veränderungsarbeit mit Menschen. "Anerkennen" ist nicht gleichzusetzen mit "hinnehmen", sondern lediglich akzeptieren, dass es so ist. Man kann den Blick nicht mit einer Brechstange nach vorne richten - für diese Umorientierung braucht es Zeit.
 
Trauer, Wut, Verzweiflung, Hilflosigkeit, Angst, all diese Gefühle haben ihre Daseinsberechtigung! Und genau da liegt die Anforderung an den Tierberufler. Er muss selber einen Umgang damit finden, wenn ein Kunde z.B. in Tränen ausbricht. Auf keinen Fall sollte er mit Aufmunterungsparolen um sich werfen, sondern stattdessen vermitteln, dass es in Ordnung ist zu weinen. Die Tränen hören irgendwann von selber auf zu fließen, lasst den Kunden die Zeit, die sie brauchen.

Seit Freitag werde auch ich immer wieder von Weinattacken überrollt, die in Wellen über mich hineinbrechen. Aber sie werden weniger und ich bekomme langsam wieder Halt unter den Füßen. Es ist für mich gerade ganz wichtig von Menschen umgeben zu sein, die meine Trauer akzeptieren, die für mich da sind. Meine Tierärztin gibt mir Halt, weil sie den schwierigen Spagat zwischen medizinischen Informationen und warmherzigen Mitgefühl meistert. Wie viel Kraft ihr das selber abverlangt, weiß ich nur zu gut....

Sonntag, 18. September 2011

Wie Worte wirken

  • Im Einzelunterricht kann ich Ihnen und Ihrem Hund die ganze Aufmerksamkeit entgegenbringen 
  • Im Einzelunterricht bringe ich Ihnen und Ihrem Hund die ganze Aufmerksamkeit entgegen 
  • Im Einzelunterricht stehen Sie und Ihr Hund im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit
  • Im Einzelunterricht bekommen Sie meine volle Aufmerksamkeit
  • oder, oder, oder....
Alle Sätze sagen das Gleiche aus, aber jeder wirkt dennoch anders auf den Leser. Durch welchen Satz fühlst du dich am meisten angesprochen?

Worte wirken! Bevor du einen Text für z.B. deine Webseite schreibst, solltest du dich deshalb fragen: Wen möchte ich ansprechen/wer ist meine Zielgruppe? Welchen Nutzen hat der Leser von dieser Information?  Was möchte ich bewirken/was soll der Leser tun?
Viele Webseitentexte dümpeln im Sumpf der Belanglosigkeit vor sich hin. Sie haben keinen wirklichen Informationsgehalt oder es fehlt eine konkrete Handlungsaufforderung.


Wie wirkt dieser Satz auf dich?
"Sollten vereinbarte Termine nicht eingehalten werden können, bitte ich Sie, mich mindestens 24 Stunden vorher davon in Kenntnis zu setzen. Andernfalls muss ich Ihnen die Kosten für die Einzelstunde im vollen Umfang berechnen."
"Ich muss Ihnen die Kosten berechnen" - Muss er/sie das?
Tipp: Versteck dich nicht hinter Floskeln.
"Sollten Termine nicht eingehalten werden können" - Von wem?
Tipp: Rede den Kunden direkt an.

Und stattdessen diese Variante?

Sie können einen vereinbarten Termin nicht einhalten? Bitte sagen Sie mir spätestens 24 Stunden vorher Bescheid, damit ich den Termin anderweitig vergeben kann. Bei einer späteren Absage berechne ich die Stunde im vollen Umfang"

Spare nicht an guten Texten, denn im schlechtesten Fall zahlst du drauf. Entweder, weil du die falschen Kunden bekommst oder gar keine.
Du benötigst beim Schreiben Unterstützung? Gerne übernehme ich deine Schreibarbeit und erstelle dir "tierisch gute Texte". Meine Erfahrung als Redakteurin in einem Großkonzern garantiert dir, dass die Worte wirken und deine Kunden erreichen!

Freitag, 9. September 2011

Interview mit Oliver Kirsch, Puntobiz

Im heutigen Beitrag möchte ich euch gerne Oliver Kirsch vorstellen. Er ist Geschäftsführer der Puntobiz GmbH und betreibt das Internetportal www.tierversicherung.biz.

Britta Ashoff: "Herr Kirsch, wie kam es zu Ihrer Spezialisierung "Versicherungen rund ums Tier?"
Oliver Kirsch: "1999 war meine Schwester und heutige Mitarbeiterin Anja Kirsch auf der Suche nach einer Versicherung für ihren Bernhardiner. Sie hatte das Ziel, nach ihrem Abitur ins Ausland zu reisen und wollte ihren Hund zuvor ausreichend absichern.
Der erste Weg führte sie zum Vertreter einer örtlichen Versicherungsagentur. Eine Krankenversicherung befand sich nicht in seinem Sortiment, dafür jedoch eine Hundehaftpflicht für stolze 220DM.
Auch im Internet fand sie damals keine vernünftige Lösung.

Meine Schwester wandte sich damals an mich und meinen Partner Oliver Janes. Wir waren damals bereits als Versicherungsmakler tätig und so bat sie uns um Hilfe.
Die Informationsbeschaffung gestaltete sich zwar schwierig, aber trotz allem konnten wir ihr den gewünschten Versicherungsschutz besorgen.
Wir fassten den Entschluss ein Portal für Tierbesitzer zu schaffen, welches sich ausschließlich auf Tierversicherungen konzentriert und zugleich einen hohen informativen Nutzen für Interessenten hat. In der Tat, es gab vor uns keine Internetseite, die uneingeschränkt dieses Thema behandelte.

Mittlerweile sind wir als Makler mit Tierversicherungen bundesweit tätig und bieten unseren Kunden zahlreiche Versicherungsmöglichkeiten an. Frau Anja Kirsch arbeitet seit einigen Jahren bei unserem Projekt mit und trägt mit ihren Ideen regelmäßig zu Verbesserungen bei.

Britta Ashoff:  "Was zeichnet denn das Team von Tierversicherung.biz aus?"
Oliver Kirsch: "
Fachkompetenz, Liebe zum Tier, Kundenfreundlichkeit, Ehrlichkeit, faire Tarife"
Britta Ashoff: "Welches ist das außergewöhnlichste Tier, das Sie im Moment versichert haben?
Oliver Kirsch: "Wir haben drei Affen versichert, das ist schon etwas Besonderes."
Britta Ashoff: "Welches ist der häufigste Fehler, den Kunden machen, der Ihnen immer wieder unterkommt?

Oliver Kirsch: "Der häufigste Fehler ist, dass Kunden den Tarif ausschießlich nach dem Preis auswählen. Entscheidend ist aber das Preis-Leistungsverhältnis. Was nutzt eine billige Versicherung, die extrem hohe Selbstbeteiligung hat, viele Leistungen ausschließt oder entstandenen Schaden schlecht und langsam abwickelt. Wir bieten daher nur Tarife mit einem umfangreichen Leistungskatalog und einer vernünftigen Schadensregulierung an.
Britta Ashoff: "Wenn Sie selbst ein Tier wären, dann wären Sie welches?"
Oliver Kirsch: "Jedes Tier ist interessant und einzigartig. Ich würde gerne jeden Tag in eine andere Rolle schlüpfen"


Freitag, 2. September 2011

Wunde Punkte

Kennt ihr eure wunden Punkte, die euch in Wallung versetzen? Themen, bei denen ihr rot seht?
Ein paar Beispiele, was ich meine:
  • Ein Kunde fasst sein Tier grob an (z.B. im Nacken, um es zu tragen). Du siehst es und würdest am liebsten aus der Haut fahren!
  • Jemand äußert die Bemerkung "Man kann es mit Tierschutz auch übertreiben". Du merkst, wie dein Blut in Wallung gerät!
  • Der Kundenhund wird unsanft von seinem Menschen zur Seite geschubst. "So kann der doch nicht mit seinem Tier umgehen?!"
  • Ein Hund hat während einer Behandlung Angst und bellt, sein Mensch schreit ihn daraufhin an! "Der hat ja wohl überhaupt keine Ahnung und macht alles nur noch schlimmer!"
Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es sinnvoll, sich dieser "Tretminen" bewusst zu werden und diese zu reflektieren. In uns werden bestimmte Bedürfnisse und Gefühle angesprochen und wir fühlen uns mit unserer Ansicht im Recht. Wenn ich allerdings mit dem anderen im (guten) Kontakt bleiben möchte, sollte ich einen Weg finden, mit meinen Gefühlen umzugehen, anstatt mich von ihnen wegreißen zu lassen. 
Unsere Gefühle werden davon beeinflusst, was wir denken. Also sind es deine Bewertungen, deine Maßstäbe, die den Ärger hervorrufen. Das Verhalten des anderen ist, ganz neutral beobachtet, weder gut noch schlecht. Erst unser persönliches Urteil führt zu dem Konflikt.

Mach dir dies immer wieder bewusst und schaffe innerlich Distanz. Oft kann es helfen, in ein konstruktives Gespräch zu gehen, wobei  konstruktiv bedeutet: frei von Vorwürfen! Einen hilfreichen Ansatz bietet hierfür die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.

Ein anderer Ansatz ist es, sich im Achtsamkeitstraining zu üben und sich seiner Gedanken und Gefühle bewusst zu werden. Je besser ich innere Prozesse wahrnehme, umso weniger impulsiv handele ich. 

Tatsachen zu akzeptieren bedeutet nicht, sie einfach hinzunehmen. Erst einmal sind die Dinge aber so, wie sie sind. Im nächsten Schritt kannst du dann überlegen, welcher Weg nun wirklich sinnvoll ist und eine bewusste Entscheidung treffen.