Sonntag, 29. Mai 2011

Sind Hundetrainer Fachidioten?

Die Psychologin Silke Wechsung hat Hundetrainer zu einem Forschungsobjekt gemacht. Im veröffentlichten Ergebnis kann man nachlesen, dass die Grundqualifikationen extrem variieren. Dies ist nichts Neues, denn der Beruf des Hundetrainers ist nicht geschützt.

Interessant finde ich allerdings, an welchen Weiterbildungsinhalten Hundetrainer interessiert sind. Es werden deutlich mehr Seminare besucht, in denen es um das Thema "Hund" geht als um die professionelle Beratung von Hundehaltern.

Liegt es daran, dass vielen Hundetrainern von Beginn an eine gute Ausbildung fehlt und sie sich nach und nach Wissen aneignen? Oder ist der Grund ein mangelndes Interesse für das andere Ende der Leine, den Kunden?

Ich habe in meiner Zeit als Trainerin einige Kollegen kennengelernt und mich oft über die geringschätzende Art gewundert, mit der über die Hundebesitzer gesprochen wurde. Dabei kam die Erinnerung an meinen Mathe-Lehrer hoch, einen totalen Fachidioten. Sein Lieblingszitat war "das ist doch trivial". Ja, trivial für den, der es verstanden hat!

Sind Hundetrainer auf ihrem Gebiet auch solche "Fachidioten"?
Sind es die Hundebesitzer nicht wert, dass man sich in Kundenkommunikation fortbildet? 
Je tiefer man sich in ein Thema einarbeitet, sei es Mathe oder Hunde, umso eher kann man den Bezug dazu verlieren, es anderen verständlich zu erklären.
Aber genau das unterscheidet einen Profi von einem Fachidioten: Er kann selbst schwierige Themen so vermitteln, dass sie beim Gegenüber ankommen. Er zerlegt Wissen in kleine, verdauliche Häppchen und holt seinen Kunden genau da ab, wo er steht.
Wenn ich wirklich etwas Positives für das Tier erreichen möchte, dann versetze ich mich in die Lage meines Kunden. Was braucht er? Wie erreiche ich ihn? Wie greife ich respektvoll in schwierigen Situationen ein? Wie gehe ich damit um, wenn sich unsere Ansichten grundlegend unterscheiden?

Ein 2 Tages Basis-Seminar à la "Das 4 Ohren Prinzip" reicht da bei Weitem nicht aus. Wir brauchen keine Fachidioten im Hundetraining, sondern sozial kompetente und gut ausgebildete Personen, die sowohl die Arbeit mit Tieren als auch mit Menschen lieben.




Donnerstag, 19. Mai 2011

In Mini-Schritten zum Erfolg

Wann haben Sie sich das letzte Mal etwas vorgenommen und sind dann in der Umsetzung gescheitert?
Das passiert uns allen recht häufig und der Grund dafür ist meistens eine "ganz oder gar nicht" Mentalität. Diese mündet in Überforderung, Frust und letztendlich dem Abbruch des Vorhabens. Im Weg steht meistens der innere Schweinehund, den es zu überwinden gilt.

Wenn Sie ein Ziel ganz sicher erreichen möchten, empfehle ich die Methode der kleinen Schritte. Nutzen Sie diese nicht nur für sich selber, sondern auch für Ihre Kunden. Anstatt sich etwas vorzunehmen, was in der Umsetzung schwierig wird, machen Sie zuerst den kleinsten, denkbaren Schritt.

Ein Beispiel?
Ein Kunde soll mit seinem Hund ein Signal trainieren. Er weiß aber nicht, wie und wann er das Training in seinen Alltag integrieren soll.
Aufgabe: Jeden Tag soll er 1 Minute zum Üben verwenden, am besten immer zur gleichen Zeit (z.B. bei der Morgenrunde)
So wird aus dem neuen Verhalten in kleinen Schritten eine Gewohnheit und das Training wird vermutlich schnell länger als 1 Minute dauern. Die 1. Hürde ist erfolgreich überwunden!

Das Prinzip der kleinen Schritte lässt sich auch noch auf andere Bereiche anwenden. Wie genau? Das lesen Sie beim nächsten Mal!

Mittwoch, 4. Mai 2011

Ein starkes Motiv: helfen wollen

Was ist Ihre größte Motivation, weshalb Sie in einem Tierberuf arbeiten? 
Die meisten antworten hierauf, dass sie den Tieren helfen wollen.

Wer anderen Menschen oder Tieren helfen möchte, muss zuerst einmal gut für sich selber sorgen. "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" - es heißt nicht "Liebe deinen Nächsten mehr als dich selbst".
Je weniger Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse achten, umso kürzer können Sie anderen etwas geben.

Wieso kürzer?
Weil Sie relativ bald in eine Frustspirale fallen, die sich stetig nach unten dreht. Während Sie sich auf der einen Seite verausgaben, bekommen Sie auf der anderen nicht das zurück, was Sie sich erhoffen.

Wie kommen Sie aus diesem Teufelskreis heraus und erhalten, auf lange Sicht, Ihre Motivation?
Hier die 3 wichtigsten Punkte:
  1. Lernen Sie "nein" zu sagen und bauen Sie eine gesunde, berufliche Distanz auf
  2. Lassen Sie die Verantwortung beim Kunden
  3. Lernen Sie Ihren inneren Antreiber kennen, der Sie zum Helfen wollen antreibt. Entwickeln Sie ein "Pause-"Signal, sobald Sie den Impuls zum Helfen wollen wahrnehmen.
Häufig stecken jedoch ganz persönliche Themen dahinter. Hier ist es sinnvoll, diese gut aufzuarbeiten, bevor Sie sich überengagiert in die Arbeit stürzen.

Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich: Helfen hat Grenzen und es ist niemanden geholfen, wenn es Ihnen dabei nicht mehr gut geht!