Einen herzlichen Dank an Manuela Röthenbacher für ihren neuen Beitrag!
Haben Sie sich schon einmal überlegt, wie Sie kommunizieren?
Machen Sie Unterschiede, mit wem Sie auf welche Art und Weise kommunizieren?
Die meisten von uns haben gelernt, dass wir mit Kunden anders umgehen müssen, als mit Lieferanten oder Mitarbeitern. Der Kunde ist schließlich König. Und Lieferanten und Mitarbeiter wollen ja schließlich etwas von uns.
Vielleicht erleben Sie auch, dass Sie mit Freunden anders sprechen, als mit Ihrem Partner?
Unterbewusst spielt es wahrscheinlich eine Rolle, wie sicher wir uns unseres Kommunikationspartners sind. Deshalb reagieren wir auf einen Fehler unseres Lebenspartners möglicherweise ungehaltener als bei einem Fehler eines entfernten Verwandten.
Auch die Rollenverteilung ist wichtig. Bin ich Kunde oder bin ich Lieferant?
Als Kunde kann ich forscher und fordernder auftreten, als Lieferant. Doch ist das guter Stil? Lieferanten stimmen die sanfteren Töne an, denn sie sind meist abhängig davon, dass der Kunde etwas kauft.
Ich möchte Sie heute einladen, Kommunikation unter einem weiteren Blickwinkel zu betrachten.
Kommunizierende haben Bedürfnisse, die sie gerne erfüllt hätten. Diese Bedürfnisse gehen weit über ein geschäftliches Verhältnis hinaus, denn alle Menschen möchten wahr- und ernstgenommen werden. Sie möchten wertgeschätzt werden.
Was bedeutet dies nun?
In der heutigen Welt erreichen uns übermäßig viele Anfragen, E-Mails, Bitten und Werbung. Wenn Sie Ihre Nachrichten bearbeiten (sei es nun per E-Mail, Telefon, persönliche Ansprache oder Briefe), dann überlegen Sie sich jeweils, welches Bedürfnis wohl hinter einer Nachricht steht. Wie können Sie Ihrem Gegenüber wertschätzend in der Kommunikation begegnen? Was wünscht sich Ihr Gegenüber auf seine Anfrage hin – eine Bestätigung, eine Rückmeldung oder vielleicht nur eine kurze Informationen, dass die Nachricht Sie erreicht hat?
Ihr Kommunikationspartner hat ebenso, wie Sie auch, noch andere Aufgaben, die er erfüllen möchte oder sogar muss. Mit einer kurzen, freundlichen Antwort können Sie ihn dabei unterstützen und gegebenenfalls eine Nachfrage vermeiden – und obendrein bei ihm ein gutes, wertschätzendes Gefühl Ihnen gegenüber auslösen.
Unterschätzen Sie auch nie die Erwartungshaltung Ihres Gegenübers. Auf eine E-Mail oder eine Nachricht auf einem Anrufbeantworter erwartet man eine schnelle Antwort. Sollten Sie einen Sachverhalt nicht gleich klären können oder eine Lösung mehr Zeit benötigen, so vergessen Sie nicht, Ihr Gegenüber davon zu unterrichten! Somit weiß er, dass Sie die Nachricht erhalten haben und ihm auch antworten werden.
Ebenso wird eine sorgfältig erstellte Antwort, möglichst ohne Fehler, als wertschätzend wahrgenommen. Es hat sich jemand Zeit genommen und das ist in unserer Gesellschaft wohl die knappste Ressource.
Was haben Sie davon?
Jemand, der Ihnen gegenüber wohlgesonnen ist, wird Ihnen eher helfen, wenn Sie ein Anliegen oder eine Aufgabe zu erledigen haben.
Das macht Ihnen den Alltag bzw. Ihre Arbeit viel leichter.
Es kommt öfter vor, als man denkt, dass man zu einem späteren Zeitpunkt doch noch einmal etwas von jemandem benötigt, den man zuvor als Lieferanten getroffen hat. Gut, wenn die vorangegangene Kommunikation freundlich und wertschätzend war. Dieser Mensch hat sie vielleicht noch in angenehmer Erinnerung.
Was können Sie tun, wenn Sie in Zukunft wertschätzend kommunizieren möchten?
Ein erster Schritt könnte ein Satz sein, den Sie sich immer und immer wieder sagen, wie zum Beispiel: „Mein Gegenüber möchte, genauso wie ich, freundlich und nett behandelt werden.“ oder „Ich möchte erreichen, dass mein Gegenüber positive Gefühle empfindet, wenn er an mich denkt!“
Schreiben Sie sich Ihren Satz auf ein Blatt Papier und hängen Sie es dorthin, wo Sie immer wieder hinsehen.
Je öfters Sie sich Ihre Sätze sagen, desto wahrscheinlicher wird es, dass Sie auch danach handeln.
Antworten Sie nur, wenn Sie gut gelaunt sind. Gute Laune kann man nicht nur an der Stimme erkennen, sondern auch in geschriebenen Texten.
Gehen Sie stets davon aus, dass Ihr Gegenüber Ihnen wohlgesonnen ist. Unterstellen Sie keine bösen Absichten, denn das verschlechtert Ihre eigene Stimmung.
Falls Sie eine schwierige E-Mail schreiben, schicken Sie diese nicht sofort ab, sondern lesen Sie sie am nächsten Tag noch einmal durch. Sie können dann entscheiden, ob Sie die E-Mail so abschicken oder noch einmal überarbeiten möchten.
Viel Erfolg wünsche ich Ihnen bei Ihrer erfolgreichen Kommunikation!
